Das Wunder der Sprache
Jeder von uns kennt es. Jeder von uns hat es erlebt, sei es in der Schule, oder aus eigenem Antrieb. Das Erlernen einer Fremdsprache kann sehr mühselig sein. Wir decken uns ein mit Büchern, Arbeitsblättern, Lern-CDs und manchmal haben wir zusätzlich noch einen Lehrmeister, der bemüht ist uns einen Eindruck der fremden Sprache zu vermitteln,
umso faszinierender ist die kindliche Sprachentwicklung und die Geschwindigkeit
in der selbst schwierige grammatikalische Regularien umgesetzt werden.
Betrachtet man die Sprachentwicklung zeitlich, so beginnt sie bereits im Mutterleib. Das Ungeborene nimmt bereits die Herztöne als Rhythmus war, erkennt Sprachlaute und die Stimme der Mutter. Kaum auf der Welt beginnt es die Stimmgebung zu verändern und passt
es seinen Bedürfnissen an. So erkennen wir oft am Klang der Stimme, was unser Kind braucht, ob die Windel voll ist, oder es Hunger hat.
Wir sprechen mit unserem Kind um es zu beruhigen, oder um seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Es entsteht ein Dialog zwischen dem Kind und seiner Umwelt.
Es nimmt den veränderten Stimmklang war. Betonung und Melodie werden bereits sehr früh nachgeahmt. Der Psychologe Wolfgang Wendlandt stellte die Sprachentwicklung an Hand eines Baumes da, man nennt ihn wohl treffend, den „Sprachbaum".
Die Wurzeln bilden eine positive geistige Entwicklung, eine gute Bewegungsfähigkeit, der Gleichgewichtssinn, eine gute Wahrnehmungsfähigkeit (das Tasten, das Sehen und das Hören), die sozial-emotionale Entwicklung und das miteinander Sprechen.
Das ist die Grundlage für eine einwandfreie
Entwicklung. Auf der Basis der Wurzeln entwächst ein Baum, dessen Stamm mit dem Anreiz zur Kommunikation und der Sprechfreude beschrieben wird. Daraus bilden sich wiederrum 4 zu unterscheidende Äste, die parallel zueinander wachsen. Das Sprachverständnis, die Lautbildung (Artikulation), der Wortschatz und die Strukturen der Muttersprache (Grammatik).
Das Sprechen lernen entsteht nur durch Wärme, Zuneigung und Akzeptanz, die den Inhalt der Sonne auf der Abbildung bilden.
Es gibt Unmengen von Ratgebern, wie Eltern ihre Kinder in der häuslichen Umgebung unterstützen können (z.B. Ratgeber „Sprachförderung" von Ulla Beushausen und Susanne Klein). Sie können ihr Kind schon von der Geburt an fördern. Das Wichtigste für eine gesunde sprachliche Entwicklung ist eine gute Beziehung zu Ihrem Kind. Grundlegend fördern Sie es, wenn Sie:
- es anschauen, wenn Sie mit ihm sprechen, ihm zuhören,
- ihr Kind aussprechen lassen,
- hr Kind nicht verbessern, während es redet,
- mit ihm spielen, statt zu üben,
- es nicht nachsprechen lassen,
- in vollständigen, aber nicht komplizierten Sätzen wiederholen, was es gesagt hat. Sie zeigen Ihrem Kind damit, dass Sie es verstanden haben und bieten ihm so ein korrektes Sprachvorbild.
Unterstützen Sie ihr Kind in dem Sie ihm zeigen wie viel Spaß die Kommunikation machen kann. Hierzu können Sie mit ihrem Kind singen und tanzen, Bilderbücher anschauen und ihm Geschichten erzählen. Nehmen Sie sich täglich Zeit, die nur für ihr Kind bestimmt ist.
Das können 15min, 30min, oder eine Stunde sein, je nachdem wie Sie es einrichten können.
Begleiten Sie sein tun und versprachlichen Sie seine Umgebung. Erklären Sie ihm die Welt, das fördert den Wortschatz. Achten Sie auf Ihre Artikulation und Aussprache und darauf, dass nicht permanent Störgeräusche vorhanden sind, wie z.B. das Laufen eines Fernsehers. Ihr Kind versteht schon viel mehr, als Sie glauben. Bedenken Sie, dass der passive Wortschatz immer wesentlich höher ist, als der Aktive.
Legen Sie den Grundstein, für ein solides Fundament, denn Kommunikation ist Lebensfreude.
Sprachkompetenz – Der Zugang zu besseren Bildungschancen und zu mehr Lebensqualität
Es ist August und wieder beginnen die alljährlichen Einschulungen. Für die Kinder, die zur Schule kommen, ist es eine spannende Zeit. Sie überlegen sich vielleicht was man in der Schule alles macht, oder mit welchen Mitschülern sie zu tun haben werden.
Für Eltern ist diese Zeit nicht weniger aufregend. Habe ich an alles gedacht? Wird meinen Kindern wohl die Schultüte gefallen? Werden sich meine Kinder gut in der Schule zu recht finden? Das sind wohl nur einige Fragen die sich Eltern, in der Zeit der bisher wohl größten Veränderung ihrer Kinder, stellen.
Eine Andere ist meistens die Frage nach der Intelligenz.
Hierbei bekommt die Sprachbeherrschung eine maßgebliche Schlüsselfunktion, für die Lernfähigkeit. Schulanfänger die über ein sprachliches Rüstzeug verfügen, werden nicht nur besser im Lesen und Schreiben, sondern haben in allen Fächern größere Erfolgschancen. Begonnen bei der Kommunikation mit den Mitschülern und Lehrern (aktiver Wortschatz), bis hin zum Verstehen von Aufgabenstellungen (Sprachverständnis). Darüber hinaus wird ein Kind, was seine Meinung und Bedürfnisse versprachlichen kann, in der Masse besser zurechtkommen, als jemand der sich verbal nicht behaupten kann. Sprache bedeutet Integration und so ist es nur allen Eltern zu wünschen, dass sie größte Sorgfalt auf die Sprachentwicklung ihrer Kinder legen. Warten Sie nicht ab, sondern beginnen Sie rechtzeitig ihr Kind zu fördern und zu unterstützen, denn hat sich das Entwicklungsfenster für die Sprache erst einmal geschlossen (ca. im 8. Lebensjahr), ist das Aufholen des Versäumten in hohem Maße gefährdet, sodass nur die wenigsten Kinder den Sprachstand gemäß ihres Alters erreichen werden und unter Umständen ein Leben lang benachteiligt bleiben.
„Der Mensch ist nur Mensch durch Sprache.“
(Wilhelm von Humboldt - Gelehrter der deutschen Kulturgeschichte)
In diesem Sinne allen Kindern und Eltern einen schönen und interessanten Schulanfang, mit viel Freude am Lernen und Ausprobieren.
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